Der große Neufeld-Lehrerkurs

Dieser Kurs ist offen für alle Eltern und Lehrer.

neufeld lehrer kurs

8 x Der Faktor Unterrichtbarkeit – ‘The TeachabilityFactor’

 

Kursüberblick

Unterrichten führt nicht immer zu Lernen; diese Diskrepanz scheint sich immer weiter auszubreiten. Und das, obwohl Schüler heute noch nie intelligenter, Lehrer noch nie besser ausgebildet und unser Lehrplan noch nie ausgefeilter und unsere Technologien noch nie so fortgeschritten waren.

 

Nach Dr. Neufeld hat das Problem mit der sinkenden Unterrichtbarkeit unserer Schüler zu tun. Der Faktor Unterrichtbarkeit bezieht sich auf die Bestimmungsgrößen des Lernens, die psychologischer Natur sind: Entwicklung, Beziehung, Motivation und Emotionen. Der kulturelle Wandel hat diese Faktoren verändert, dadurch wird die Arbeit des Lehrers viel schwerer, als sie es war und auch, als sie es sein sollte.

Nach Dr. Neufeld ist die Unterrichtbarkeit der am meisten übersehene, am wenigsten verstandene und vielleicht vielversprechendste Faktor, um Lernen zu verstehen.

Die üblichen Erziehungsmethoden und auch Lehrpläne setzen die Unterrichtbarkeit der Schüler voraus und bilden die Grundlage für erhebliche Frustration der Lehrer, wenn sich diese Annahme nicht erfüllt.

Der Kurs wurde von Dr. Neufeld entwickelt, um das Verhalten von Schülern nachvollziehbar zu machen – für Lehrer, Verwaltungsangestellte und diejenigen, die mit Schülern zu tun haben. Es ist ein Ansatz, der mit Einsicht arbeitet und die relevanten Grundlagen des bindungsbasierten Entwicklungsansatzes nutzt, um die Themen und Herausforderungen, die bei der Erziehung und Bildung junger Menschen aufkommen, deutlich zu machen. Es geht hier besonders um die beiden wichtigsten Faktoren für Lernen und Verhalten: Entwicklungsblockaden und die Schüler-Lehrer-Beziehung. Interventionen ergeben sich logisch und direkt aus dem Verständnis um diese Faktoren.

Dieser Kurs ist einer der beliebtesten unseres Angebots. Das Videomaterial teilt sich in acht einstündige Lektionen, der begleitende Internetkurs umfasst 16 Stunden in 8 Sitzungen. Er richtet sich an alle Erzieher und Lehrer und andere Berufsgruppen, die mit Schülern zu tun haben.

Kursbeschreibung

Der Unterrichtbarkeitsfaktor bezieht sich auf die Bestimmungsgrößen des Lernens, der Natur psychisch ist: Entwicklung, Beziehung und Emotionen. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Unterrichtbarkeit von Schülern nachlässt. Die Auswirkungen auf die Erziehung und Bildung sind weitreichend. In dem Maße, dass dies stimmt, wird auch das Unterrichten immer schwieriger, trotz bester Voraussetzungen und Ausbildung heutzutage. Überdies geht die Schere zwischen dem Potential der Schüler und deren Leistungen immer weiter auseinander. Bessere Unterrichtsmethoden sind nicht die Antwort, die Erhöhung der Unterrichtbarkeit wäre es.

 

Was dem Lernen zugrunde liegt, sind die beiden wesentlichen psychologischen Prozesse der Bindung und Reifwerdung. Es gäbe keinen Grund, sich die Grundlagen von Lernen genauer anzuschauen, wenn es so funktionieren würde, wie es sollte. Doch bei einer steigenden Anzahl von Schülern ist dies nicht der Fall. Zum Wohle dieser Schüler ist es nötig, sich mit den grundlegenden Antriebskräften und deren Rolle für Lernen und Verhalten vertraut zu machen.

 

Der Prozess der Reifwerdung spielt bei Lernen und Verhalten eine wichtige Rolle. Statt einer einzigen Entwicklungskraft, wie lange geglaubt wurde, sind es letztlich drei eigenständige Reifwerdungsprozesse. Ein weiteres Missverständnis, das lange vorhielt, ist, dass diese Reifwerdungsprozesse in allen Kindern aktiv sind und durch entwicklungsfreundliche Pädagogik angesprochen werden können. Beispielsweise wurden alle Kinder für interessiert und neugierig auf ihre Umgebung gehalten; die Herausforderung des Lehrers bestand darin, in ihre Welt einzutreten. Diese optimistische Sicht hat sich als hoffnungslos naiv herausgestellt. Es ist richtig, dass alle Kinder das Potential in sich tragen, zu reifen, doch diese Prozesse müssen im Kind aktiv sein, BEVOR sie für Erziehung und Bildung genutzt werden können. Wenn Kindern die Reife fehlt oder sie in ihrer Entwicklung blockiert sind, dann ist die Unterrichtbarkeit entsprechend beeinträchtigt.

 

Beispielsweise befähigt der Reifungsprozess der Integration ein Kind, innere Konflikte zu erleben, was das Kind zur Selbstkontrolle bringt. Schüler, denen integrative Funktionen fehlen, sind impulsiv in ihrem Verhalten, haben ein Schwarz-Weiß-Denken, sind egoistisch in Beziehungen, wissen es besser, als sie sich benehmen und können nicht von Auseinandersetzungen profitieren. Lehrer haben es schwerer im Umgang mit nicht-integrativen Kindern.

 

Der Prozess der Adaption ermöglicht es einem Kind, aus negativen Erfahrungen wie Misserfolg und Fehlern zu lernen. Wenn dies nicht vorhanden ist, wird ein Schüler nicht aus Versuch-und-Irrtum lernen oder von Korrekturen profitieren. Diese Kinder machen die gleichen Fehler immer wieder, unfähig, aus dem Misserfolg zu lernen. Eine der wichtigsten erzieherischen Werkzeuge des Lehrers ist Korrektur, und über 80% des Lernens scheint über Versuch-und-Irrtum zu geschehen.

Außerdem sind ‘Konsequenzen’ bei Verhaltensauffälligkeiten bei diesen Schülern erfolglos. Die Auswirkungen fehlender Adaptionsfähigkeit hat für Lehrer und Schüler gleichermaßen bedenkliche Auswirkungen.

 

Bedauerlicherweise beziehen sich unsere Lehrpläne auf adaptive, emergente und integrierte Funktionen bei den Schülern und lassen damit all die Schüler unberücksichtigt, die Defizite bei diesen Prozessen aufweisen. Diese Schüler benötigen eine alternativen Ansatz, zum einen, um sie für das Lernen zu gewinnen und auch, um mit ihrem Verhalten umzugehen.

 

Schüler, deren psychologischer Reifwerdungsprozess stockt, sind damit Geschöpfe der Bindung. Mit anderen Worten, diese Kinder sind – unabhängig von ihrem Alter – nur in der Lage von denen zu lernen, an die sie gebunden sind oder die ihre Bindungsbedürfnisse erfüllen. Alles andere ist psychologisch gesehen irrelevant. Dies wäre kein Problem für Erziehung und Bildung, wenn sich Kinder spontan an ihre Lehrer binden würden oder der Lehrer ihr Kompasspunkt wäre. Es gab immer schon Kinder, die nicht reif wurden und trotz in der Lage waren, zu lernen. Tatsächlich sind Schüler, die aufgrund ihrer Bindung lernen teilweise hoch motiviert, wie andere Schüler es nicht sind. Beispielsweise lernen bindungsbasierte Lernende viel mehr über Nachahmung, von Vorbildern, durch Auswendiglernen, über Hinweise, durch Abbildungen, Orientierung und Klassifikationen. Bindungsbasierte Schüler sind außerdem motivierter, die Erwartungen zu erfüllen und sich zu vergleichen, und für Anerkennung und Erfolg zu lernen.

 

Das Problem ist, dass unsere heutige Kultur Erwachsenenorientierung und Schüler-Lehrer-Beziehungen nicht fördert. Der moderne gesellschaftliche Wandel untergräbt die traditionelle Erwachsenenorientierung von Schülern und macht eine Verbindung zu Lehrer weniger automatisch. Wenn man mit Schülern zu tun hat, die nicht reif werden, dann bleibt nur noch die Bindung, um sie zu motivieren – und dies meist auch noch ohne Grundvoraussetzung der Beziehung, die dafür nötig wäre. Wenn Kinder, die nicht reif werden, sich außerdem auch nicht an ihre Lehrer binden, dann macht es sie geradezu un-unterrichtbar.

Die Antwort auf die schwindende Unterrichtbarkeit der Schüler ist nicht, besser zu unterrichten, sondern differenzierter. Es ist wichtiger als je zuvor, sich dessen bewusst zu werden, was einen Schüler unterrichtbar macht, und dieses Wissen zu nutzen, um einen Kontext für den Unterricht zu schaffen.

Es besteht kein Zweifel, dass Bindung die stärkste Motivationskraft von allen ist, aber sie muss für Unterrichtszwecke nutzbar gemacht werden. In einer Kultur, die unfähig ist, Bindungen zu pflegen, müssen wir dies kompensieren, indem wir die Initiative ergreifen, die bindungsbasierten Schüler einzusammeln und sie unterrichtbar zu machen. Wenn wir nicht die Herzen dieser entwicklungsblockierten Schüler gewinnen, dann haben wir kaum einen Einfluss auf das, was sie lernen.

 

Anwendung und Zielgruppe

Dieses Material ist in jedem pädagogischen Kontext anwendbar und an alle gerichtet, die mit Schülern zu tun haben, von der Vorschulbetreuung bis zu Klasse 12, für pädagogische Hilfskräfte, Verwaltungsangestellte, Klassenlehrer, Schulberater, Sozialarbeiter, Psychologen, von der staatlichen Schule bis zur Reformpädagogik.

 

Ziele des Kurses

• das Bewusstsein für die Rolle von Bindung für Lernen und Verhalten erhöhen

• den lähmenden Effekt von Unreife auf Lernen und Verhalten verstehen

• die Bedeutung der Beziehung für das Unterrichten mit einem Konzept untermauern

• ein Verständnis schaffen für die vier natürlichen Kontexte von Lernen und warum diese in der heutigen Gesellschaft untergraben werden

• eine Erklärung geben, warum manche Kinder sich nicht entwickeln hin zu adaptiven, integrativen und unabhängigen Wesen

• verstehen, warum Unterrichten immer schwerer wird, obwohl Lehrpläne, Technologien und Pädagogik immer fortschrittlicher werden

• eine Verständnis kultivieren für die emotionalen Faktoren von Lernen und Verhalten

• die Bedingungen erklären für die Panzerung gegen Verletzlichkeit und dessen Einfluss auf Lernen und Verhalten

• das Problem der Entwicklungsblockade als des meist verbreiteten Kindheitsproblems verstehen

• die Fundamente des Bindungsansatzes erläutern

• die Probleme von Konsequenzen und Sanktionen bei entwicklungsblockierten Kindern erklären

• die Rolle von Emotionen für Lernen und Verhalten

• Wege aufzeigen, die Panzerungen gegen Verletzlichkeit aufzuweichen

• entwicklungsfreundliche Strategien im Umgang mit Problemen, die durch Entwicklungsblockaden entstehen, aufzeigen

 

Lektion Eins – Einführung Unterrichtbarkeit
Diese Lektion beginnt mit einer Einführung in den Faktor der Unterrichtbarkeit, mit dem Problem und der These. Diese Lektion betrachtet die Rolle der emergenten Funktion beim Lernen und Verhalten; Neugier und das Gefühl der Wirkmächtigkeit. Wenn dieser Reifwerdungsprozess und seine Früchte nicht da sind, ist die Auswirkung auf das Arbeiten immens. Kinder müssen mit einem Minimum an emergenten Funktionen in die Schule kommen, damit unsere pädagogischen Methoden umsetzbar sind.
Lektion Zwei – Unterrichtbarkeit und das adaptive Gehirn; Korrektur, Resilienz und neurale Plastizität
Diese Lektion behandelt die Rolle des Adaptionsprozesses für Lernen und Verhalten. Wenn dieser Reifeprozess blockiert ist, können Kindern nicht aus Fehlern lernen, Unzulänglichkeiten überwinden oder von Korrektur profitieren. Aggression kann in diesem Kontext am besten verstanden werden. Das Material beleuchtet die Schwierigkeiten, die wir mit nicht-adaptiven Kindern haben und zeigt neue Wege auf. Kinder müssen mit intakten adaptiven Funktionen zur Schule kommen, damit Unterrichtbarkeit entstehen kann.
Lektion Drei – Unterrichtbarkeit und das sich entwickelnde Gehirn
Problemlösung, Selbstdisziplin und die Fähigkeit, gemischte Gedanken und Gefühle zu verarbeiten
In diese Lektion geht es um die Rolle des Integrationsprozesses für Lernen und Verhalten. Der Schlüssel für das Verständnis dessen ist die Rolle der Großhirnrinde und des Corpus callosum (Hirnbalken). Wir stolpern über die Defizite, die von einer mangelnden integrativen Fähigkeit herrühren, wenn wir nicht deren Ursache verstehen. Wiederum braucht ein Kind ein Minimum an integrativen Fähigkeiten, die benötigt werden, damit Unterricht zu Lernen führen kann.
Lektion Vier – Unterrichtbarkeit und das Herz: Entwicklungsblockaden und Panzerung
Diese Lektion beschäftigt sich mit der Rolle der Emotionen für Lernen und Verhalten. Wenn die Verletzlichkeit zu groß wird, beeinflusst die daraus resultierende Flucht vor Verletzlichkeit die Entwicklung genauso wie Lernen und Verhalten. Die Auswirkung auf die Unterrichtbarkeit ist tiefgreifend.
Lektion Fünf – Unterrichtbarkeit und Beziehung Teil I: Unterrichten aus der Kraft der Bindung und der Wunsch, gut zu sein
Das unreife Kind ist nicht in der Lage, außerhalb seines Bindungskontextes unterrichtet zu werden. Der ermächtigende Effekt von Schüler-Lehrer-Beziehungen wird betrachtet. Diese Lektion erklärt, warum es so schwer ist, Alpha-Kinder zu unterrichten und wie die Dynamik des Gegenwillens den Lernprozess lähmt. Die Dynamik der Gleichaltrigenorientierung wird eingeführt und deren sabotierende Auswirkung auf die Unterrichtbarkeit heutiger Schüler.
Lektion Sechs – Unterrichtbarkeit und Beziehung Teil II: Wie Bindung sich entwickeln soll und was sie behindert
Diese Lektion betrachtet, wie sich Bindung entwickeln soll und wie die Beziehungsfähigkeit die sechs Stufen der Bindung benötigt, um sich voll entfalten zu können. Ein Verständnis, wie Bindung sich entwickelt und was diese Entwicklung behindert, ist der Schlüssel gesunde Schüler-Lehrer-Beziehungen zu pflegen. Außerdem wird die Rolle von Nähestreben für Lernen und Verhalten betrachtet.
Lektion Sieben – Unterrichtbarkeit durch Bindung aufbauen – die Bindungszurückhaltung von Schülern überwinden und einen Kontext von Verbindung kultivieren
Das Material bezieht sich auf die Konstrukte von Sammeln, Überbrücken und Matchmaking – Bindungen vermitteln. Vorschläge, um Schüchternheit und konkurrierende Bindungen sowie Gleichaltrigenorientierung zu überwinden. Das Material eignet sich, funktionierende Beziehungen mit einzelnen Schülern zu entwickeln, genauso wie einen Kontext für Verbindung im Klassenzimmer und in der Schule zu kultivieren.
Lektion Acht – Unterrichtbarkeit bei entwicklungsblockierten Kindern aufbauen
Entwicklungsblockaden werden als Hauptursache für Lern- und Verhaltensprobleme betrachtet. Blockiert sein in der Entwicklung macht konventionelle Disziplin ineffektiv, sogar kontraproduktiv. Alternative Methoden, mit problematischem Verhalten umzugehen, werden vorgestellt. Sechs Wege, Entwicklungsblockaden zu kompensieren, werden aufgezeigt. Vorschläge, Schüler zu beschützen und ihre Herzen weich zu halten, werden gegeben. In dieser Lektion werden die Schlüssel für mitfühlende und rücksichtsvolle Schüler betrachtet und wie sich dieser bindungsbasierte Entwicklungsansatz von anderen Ansätzen unterscheidet.

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